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08.11.2003 Südkurier |
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Auf Wunsch gibt es auch Knoblaucheis |
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Walburga Kaiser fertigt exquisites "Bauerhof-Eis" in Öhningen |
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Die Lust an der Veränderung hat Walburga Kaiser aus Öhningen auf eine interessante Beschäftigung gebracht. Seit August bietet die Nebenerwerbslandwirtin auf dem Hof sogenanntes "Bauernhof-Eis" an. Der Begriff steht für Eis, dass ausschließlich aus natürlichen Inhaltstoffen gefertigt sein darf. |
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VON GERALD JARAUSCH |
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Öhningen - Früher musste Walburga Kaiser morgens um halb vier Uhr schon Schwerstarbeit leisten. Dann nämlich kam der Milchtransporter am Hof in Öhningen vorbei, um die Kannen mit der weißen Flüssigkeit entgegen zu nehmen. Seit August darf die Nebenerwerbslandwirtin sich um diese Zeit getrost noch einmal im Bett umdrehen. Nach reiflicher Überlegung und der Absprache mit ihrem Mann hat sie eine Idee in die Tat umgesetzt, die gar nicht so abwegig ist, wie sie im ersten Augenblick erscheint. Walburga Kaiser ist unter die Eisproduzenten gegangen. Den Hauptbestandteil, die Milch, hat sie gewissermaßen frei Haus. Vier Milchkühe stehen im heimischen Stall und geben jeden Tag etliche Liter des Ausgangsmaterials ab. Dem Kunden darf es recht sein. Er nämlich profitiert von dem einzigartig frischem Getränk. "Die Kühe werden morgens gemolken und anschließend mache ich das Eis daraus", erklärt die Öhningerin. Neben der unveränderten Vollmilch kommen pasteurisiertes Eigelb, eine Zuckermischung und natürliche Aromastoffe hinzu. Alles wird in der eigens angelegten Bauerhof-Eisdiele angerührt und maschinell weiterverarbeitet. Dabei wird die vorbereitete und noch flüssige Mischung in eine Eismaschine gefüllt, die diese nach einer Erhitzung und anschließenden Abkühlung auf rund acht Grad unter Null als cremige Substanz wieder verlässt. Alles in allem dauert der Vorgang rund eine halbe Stunde. Angefangen hat Walburga Kaiser mit den klassischen Eissorten Schokolade, Vanille, Nuss, usw. Die ersten Kunden zeigten sich begeistert. Dann erweiterte die Öhningerin ihr Angebot: Mittlerweile hat sie rund 25 verschiedene Geschmacksrichtungen im Programm. Darunter so viel versprechende wie Zwetschge, Mirabelle, Kerbel und Basilikum. Besonders cremig wird das Bauernhof-Eis durch die Zugabe der selbst hergestellten Sahne. Aus zehn Litern Milch stellt die gelernte Dorfhelferin mittels einer Zentrifuge rund einen Liter Sahne her. Je nach Sorte wird unterschiedlich viel der kalorienreichen Substanz hinzu gegeben. Wer es geschmackstechnisch etwas ausgefallener mag, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Walburga Kaiser stellt auf Kundenwunsch auch so ungewöhnliche Kreationen wie Knoblaucheis her. Wer einige Tage im voraus seine Bestellung in Auftrag gibt, kann so jede erdenkliche Geschmacksrichtung geliefert bekommen. Dabei greift die "Eis-Kaiserin", auf das gesammelte Wissen eines niederländischen Unternehmens zurück, das in ganz Europa die Marke "Bauernhof-Eis" vertreibt. Das Unternehmen sendet Walburga Kaiser nach kurzer Zeit ein eigens entwickeltes Rezept, dass sie dann umsetzt. Unter Umständen kann die Kreation sogar für den Kunden geschützt werden und bleibt somit exklusiv. Ursprünglich wollte die Öhningerin ihr Eis ausschließlich in Großpackungen und an die Gastronomie absetzen. Doch der Jahrhundert-Sommer bescherte ihr ein Tagesgeschäft. Denn schon bald nach Bekanntwerden ihres Angebotes, wandten sich erste Feriengäste und Nachbarn an sie. So entstand kurzerhand so etwas wie ein Straßenverkauf, der sich schnell entwickelte. "Das war ein toller Start", freut sich Walburga Kaiser. Darüberhinaus bietet sie ihr Bauernhof-Eis auch auf Hoffesten oder anderen Veranstaltungen an. Ihre neueste Anschaffung, ein klassischer Eiswagen, wie man ihn noch aus früherer Zeit kennt, soll im kommenden Sommer für weitere Kundschaft sorgen. Dann bringt sie vielleicht auch mal den größten Wunsch ihres Sohnes auf den Markt - Biereis. Das wünscht sich der Zögling nämlich bereits seit Beginn der Neubeschäftigung seiner Mutter. Na dann Prost! |
Bester Abendmarkt der Saison
Gottmadingen (dr) Die Marktbeschicker müssen mit Petrus einen Pakt geschlossen haben, denn bei keinem der vier Abendwochenmärkte auf dem Rathausplatz regnete es. Besonders der letzte am Donnerstagabend konnte sich über ein richtiges Marktwetter freuen, nicht zu heiß, aber doch schön warm, perfekt um über den Markt zu schlendern, die Einkäufe zu erledigen und sich dann gemütlich hinzusetzen und kulinarisch verwöhnen zu lassen.
Dieser vierte Abendwochenmarkt war sehr belebt, die Stände waren von Kunden umlagert und die Tischgarnituren und Stehtische durchgehend besetzt. Somit müßte man annehmen, dass die Händler an einer Fortsetzung der Abendwochenmärkte interessiert sind. Aber die Hurra-Schreie blieben größtenteils aus. Am kommenden Montag werden sie sich treffen, um abzustimmen, ob es auch 2007 Abendwochenmärkte in Gottmadingen geben wird. Voll dabei ist Herbert Schober (Käsespezialitäten), Sprecher der Markthändler, der mit den Abendwochenmärkten zufrieden ist. Renate Maier hatte an diesem Abend alle Grillwürste verkauft. "Heute ist es am besten gelaufen, sagte sie, "die Leute sind wieder aus den Ferien zurück. Und dennoch sei der Abendwochenmarkt für sie ein Stress, denn bis sie den Verkaufswagen und noch einen zweiten sauber gemacht hat, sei es 23 Uhr und morgen müssten sie und ihr Mann Reinhard wieder in aller Herrgottsfrüh raus, um beim Freitagswochenmarkt in Gottmadingen präsent zu sein. Sie könnte sich eine Verlängerung an diesem Freitag gut vorstellen. Mitgebracht hat sie einen Eisstand mit "Bauernhof-Eis aus Öhningen.
Herbert Kaiser, der 40 Eissorten führt und dabei sein eigenes Obst und Beeren verwendet, war mit dem Verkauf sehr zufrieden. Er könnte sich vorstellen, nächstes Jahr wieder zu kommen. Joachim Putz, das Fruchthaus mit Obst, Gemüse und Südfrüchten, fand zwar den letzten Abend okay, aber generell meinte er, dass es sich unterm Strich mit Aufbau und Abbau nicht rechnet. Claudia Glaser aus Iznang hat sich schon entschieden: sie wird nächstes Jahr mit ihrem Obst- und Gemüsestand nicht mehr beim Abendwochenmarkt dabei sei, jedoch weiterhin am Freitag. Es sei für sie ein Zeitproblem, "da wir alles selbst anbauen und auch einen Hofverkauf haben. Die Korbmacherin Iris Hägele aus Weiterdingen war an zwei Abendwochenmärkten dabei. Sie sei mit dem Umsatz zufrieden, aber jedesmal werde sie nicht kommen. Denn soviele Körbe werden auch nicht gekauft, die halten ja auch ihre Zeit, meinte sie. Die Körbe seien spitzenmäßig, sagte Christine Götz begeistert und suchte mit ihren Töchtern Vivien (8) und Olivia (5) nach einem Fahrradkorb für ihre Schwiegermutter. Durchweg positiv waren die Reaktionen der befragten Marktbesucher. Die schöne Atmosphäre lobte Monika Biller, die vielen Essensangebote Jochen Dachauer, er bemängelte lediglich die fast zu wenigen Sitzplätze. Christof Ruh genoss den Abendwochenmarkt, bisher mußte er immer arbeiten, und auch Erich und Hilde Jäger konnten ihm nur Positives abgewinnen.
akzent
DAS MAGAZIN FÜR DIE GROSS-STADT BODENSEE JUNI 06/06
Wenn Träume zerschmelzen
Echtes Konditoreneis – macht den feinen Unterschied
Neben all dem Feinen gibt es auch noch das Ehrliche vom Land: „Die Mama hat echt noch Träume“, sagen die beiden Jungs von Walburga Kaiser in Öhningen – der eine ist Koch, der andere Bäcker. Beide verstehen sie was von selbstgemachtem Speiseeis. Aber dass die Mutter gleich richtig groß damit einsteigt, so von Lakritz über Joghurt/Johannisbeere bis Biergeschmack, damit hatten sie dann doch nicht gerechnet. Mehr als 40 Sorten Milch-Sahne-Eis, Joghurt-Eis und Eis-Sorbet führt die Bäuerin in ihrer Eisstube am Klingenbach. Über 300 weitere Rezepte, sagt sie, sind machbar.
Mit der eingetragenen holländischen Dachmarke „Bauernhof-Eis“ hat sich Walburga Kaiser vor drei Sommern die Lizenz zum Eismachen auf den Hof geholt. Die Zutaten: Dickungsmittel und Zuckerzusätze kommen als Naturprodukte aus Holland, dafür gibt’s von dort die Grundrezepte, die in Öhningen dem regionalen Markt angepasst werden. Der große Renner sind dabei die Johannisbeeren auf Joghurt, gefolgt von Apfel-Zimt, Zwetschge und Aprikose. Das Wichtigste am cremigen Caramel-Eis sind die „Möggele“, und „Malaga“ ist hier schlichtweg Rum-Rosine nach Großmutters Rezept. Und das hat’s in sich: Die Rosinen werden tatsächlich drei Tage lang in Rum eingelegt, was dem Speiseeis ein überaus deftiges Aroma verleiht. An Kinder wird sowas nicht verkauft.
Walburgas Kunden sind neben schleckeissüchtigen Radlern die Nachbarn, die zum Nachtisch eben mal eine Schüssel Eis abholen. Bei Kaffee, Kuchen und Eis finden sich immer öfter ganze Reisegruppen auf dem Kaiserhof ein. Die Bäuerin beliefert in der näheren Umgebung drei Gastwirtschaften mit selbergemachtem Speiseeis aus landfrischer Milch und Höri-Früchten. Auch im neuen Genossenschaftslädele in Öhningen soll es bald Bauernhof-Eis und selbstgemachte Marmelade vom Kaiserhof geben. Im dritten Jahr, bemerkt die Landfrau selbstbewusst, laufen die Geschäfte an. Dabei stand hinter dem Traum vom eigenen Eisladen zunächst nur: die Freude am Umgang mit den Menschen, mehr Leben auf den Hof zu bringen, und ein Zuerwerb mit einem vertretbaren Aufwand
Kaiser’s Bauernhof-Eis, Walburga Kaiser, Mühlenweg 7, 78337 Öhningen, Tel. +49 (07735) 2496, www.kaisers.bauernhofeis.beep.de.
Lizenziertes Bauernhof-Eis aus eigener Herstellung direkt ab Hof.
Bild: Getos Zum gemütlichen Verweilen lud die Gartenanlage ein. Beim Höritag in Bohlingen gab es Genüsse fürs Auge und den Gaumen.Egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Motorrad oder dem kostenlosen Busshuttle - wer sich auf den Weg zum Höri-Tag in Bohlingen machte, wurde in jedem Fall belohnt. Auf dem Gelände der Gartenmanufaktur Siegwarth hatten die Gemeinden der Höri-Halbinsel zu einem Informationstag über die Gegend geladen. Dabei standen die kulturellen, landschaftlichen und kulinarischen Besonderheiten dieses schönen Fleckchens am Bodensee im Mittelpunkt. Trotz der Gemeindereform sei es wichtig, die Zusammengehörigkeit der Hörigemeinden zu verdeutlichen und zu präsentieren, betonte Peter Kessler, Bürgermeister der Gemeinde Moos, in seinem Grußwort an die Gäste. "Schließlich haben alle Gemeinden dieselben historischen Wurzeln und somit möchten wir heute auch an die gemeinsame Historie erinnern", erklärte Kessler das Anliegen des Tages.
Weit darüber hinaus war dem Besucher jedoch noch einiges mehr geboten. In Kooperation mit dem seit 2006 bestehenden "Lädele" aus Schienen und Obstbau Hangarter aus Wangen bot sich die Gelegenheit, über einen kleinen Bauernmarkt zu schlendern. Bei diesem vielfältigen und reichhaltigen Angebot vermag so mancher ins Staunen gekommen sein. Von Obst und Gemüse über selbstgebackenes Brot bis hin zu Likören aus eigener Brennerei, Eiern und Fleischwaren konnte alles erworben werden, was das Herz begehrte und dazu aus eigener Produktion von Betrieben der Höri stammt.
Sogar auf Eis musste an diesem spätsommerlich warmen Tag nicht verzichtet werden. Das Bauernhof-Eis aus Öhningen, hergestellt mit Früchten und Zutaten aus eigener Produktion, machte dem italienischen Original allemal Konkurrenz und entlockte einem kleinen Gast ein verzücktes "Das schmeckt ja lecker!". Wer sich dann gerne gänzlich als Fan der Halbinsel und seiner Erzeugnisse zeigen wollte, dem stand es auch offen, ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ich bin ein Höri-Produkt" zu erwerben.
Über alledem lud die weitläufige und geschmackvoll arrangierte Gartenanlage zu gemütlichem Verweilen ein. Wer sich ein wenig ausruhen oder innehalten wollte, beispielsweise um der musikalischen Unterhaltung der "Deienmoser Gretle Band" aus Bankholzen zu lauschen, konnte dies auf zahlreichen, verstreuten Sitzgelegenheiten im Schatten der Bäume tun. Auch der eine oder andere passionierte Hobbygärtner wird auf seine Kosten gekommen sein und so manche Anregung beim Spaziergang durch die Gartenanlage gefunden haben.
So viele Eindrücke machten verständlicherweise hungrig. Ganz im Zeichen des Höri-Tages standen daher auch die kulinarischen Angebote. Ob Fischsuppe, Ochsensteaks oder für den kleinen Nachmittagshunger Kaffee und Kuchen - auch hierbei hatte man die Gewissheit Leckereien zu genießen